Auch die „Pay per Click”-Programme der Suchmaschinenanbieter selbst verschärfen ironischerweise die Konkurrenzlage. Durch Partnerprogramme wie AdSense können Websitebetreiber ein Zubrot verdienen, indem sie Keyword-Anzeigen in ihre Webseiten integrieren. Diese Möglichkeit hat dazu geführt, dass findige Webmaster themenorientiert Websites oder gar Webportale aufbauen, deren einziger Zweck es ist, über die „Cost per Click”-Programme von Suchmaschinenanbietern zu verdienen.
Das Affiliate-Marketing hat ebenfalls zu einer Verzerrung der Konkurrenzlage bei Suchmaschinen-Rankings geführt. Wieder haben findige Webmaster themenorientiert ganze Webportale entwickelt, deren einziger Zweck es ist, Suchmaschinentraffic abzugreifen und diesen über Affiliate-Programme an echte Anbieter weiterzuleiten, um über die „Pay per Click”- oder die „Pay per Sale”-Vergütung zu verdienen. Diese Portale sind nicht selten mit diversen redaktionellen Inhalten garniert, die in manchen Fällen inhaltlich von Bedeutung sind, in vielen Fällen jedoch lediglich Textfragmente darstellen, deren einziger Zweck es ist, in Suchmaschinen ein höheres Ranking zu erreichen. Besonders beliebt sind diese Praktiken in der Erotikbranche. Mit steigender Popularität des Affiliate-Marketings in Deutschland haben sich diese Methoden jedoch in sehr vielen Branchen etabliert. Ein gutes Beispiel ist das Portal www.top-lyrics.com, bei dem es vordergründig um Liedtexte und Musik geht, welches aber im Wesentlichen gespickt ist mit Angeboten aus dem Partnerprogramm von Amazon. Ein weiteres Beispiel ist das Einkaufsportal www.einkaufgelegenheit.de. Bei diesem Angebot werden die Internetsucher auf verschiedenste Angebote weitergeleitet, die hauptsächlich aus dem Partner-Netzwerk Zanox oder aus eBay stammen.
Es wird deutlich, dass die geschilderten Entwicklungen die Aussichten auf ein gutes Ranking eines einzelnen Anbieters deutlich erschweren. Diese Problematik betrifft auch traditionell konservative Wirtschaftsbereiche. So hat beispielsweise eine am 21.01.2006 durchgeführte Analyse der ersten 20 Suchergebnisse für den Suchbegriff „Rechtsschutzversicherung” ergeben, dass hier lediglich die R+V Versicherung gelistet war. Alle anderen Einträge stammten von Vergleichsseiten, Portalseiten der zuvor beschriebenen Art oder von hochgradig und zum Teil mit unlauteren Mitteln optimierten Seiten von Maklern.
