Preissuchmaschinen und Vergleichsportale

Preissuchmaschinen machen genau das, was der Name sagt. Sie suchen Preise. Vergleichsportale machen ebenfalls genau das, was der Name sagt. Sie vergleichen Tarife. Beispielsweise Handytarife, Strom- oder Gastarife, Versicherungstarife oder Kreditkonditionen für den Hauskauf. Der Mechanismus der Portale ist denkbar einfach. Man gibt ein Produkt oder eine Leistung ein und erhält nach einer Weile Angebote, bzw. Preise, von angeschlossenen Händlern oder Dienstleistern. 
Aus zweierlei Blickwinkeln kann das Engagement in derartigen Portalen zu einem Quick-Win für die eigentlichen Anbieter führen:

  1. Häufig sind Preis- oder Vergleichsportale aufgrund ihres Inhaltsvolumens und der externen Verlinkung sehr gut in den Suchmaschinen gelistet. Ein Engagement in solchen Portalen bringt also SEO-Traffic – jedoch über den Umweg des Portals.
  2. Die Abläufe, d.h. der Datenaustausch mit den Portalen läuft meistens vollautomatisch über Schnittstellen. Es muss also nur eine einmalige Einrichtung initiiert werden, um Produkt- und Preisdaten oder Tarifdaten an die Protale zu liefern. Der laufende Aufwand ist danach gering. Allerdings nehmen manche Portale Gebühren für die Einstellung von Produkten.
  3. Manche Preis- oder Vergleichsportale machen mittlerweile auch schon Werbung im Fernsehen oder anderen Medien. Auch dieser Aspekt spricht für ein Engagement in diesen Portalen. Denn oftmals sind es die finalen Kaufentscheidungsprozesse, die in einem Preissuchportal beginnen. Käufer haben sich bereits an anderer Stelle über ein Produkt oder einen Tarif informiert und wollen nun den günstigsten Preis. Diesen suchen sie direkt über ein Preis- oder Vergleichsportal. 

Funktionsprinzip und Kosten

Preisvergleichsportale listen die Produkte und Preise oder Tarife verschiedenster Händler oder Anbieter. Natürlich erfolgt dieses nicht ohne finanzielles Interesse. Man unterscheidet grundsätzlich drei Vergütungsmodelle:

  1. Manche manche Portale verlangen eine feste Gebühr für die Nutzung.
  2. Andere Portale verlangen eine umsatzabhängige Vergütung, was dem Prinzip des Affiliate-Marketings nahe kommt.
  3. Wieder andere finanzieren sich rein durch Werbung auf dem Portal. D.h. die Einstellung der Produkt- oder Tarifdaten ist für den Anbieter kostenlos.

In fast allen Fällen werden Daten von den Händlern oder Tarifanbietern als XML-Katalog angeliefert und automatisiert in das Portal integriert. Das stellt einen hohen Grad der Aktualität sicher und hat den Vorteil eines geringen Aufwands für die laufende Pflege.

Preisportale in Deutschland

Wußten Sie, dass es über 800 Preissuchmaschinen und Preisvergleichsportale gibt? Alleine schon diese Zahl zeigt auf, welche betriebswirtschaftliche Relevanz solche Anwendungen mittlerweile haben. 400 dieser Portale sind im „Branchenführer Preisvergleichsportale“ der Firma mpEXPERT gelistet und bewertet worden.
Viele Portale bieten umfangreiche Zusatzfunktionen, die dem Web 2.0 zuzuordnen sind. Dieses sind Meinungs- und Bewertungsfunktionen oder aber Benachrichtigungs- oder Alarmfunktionen.
Beispiele bekannter Preisvergleichsportale sind www.guenstiger.de, www.billiger.de und www.check24.de. Guenstiger.de ist ein durch Werbung finanziertes und damit unabhängiges Preisvergleichsportal, welches laut IVW schon im Dezember 2007 auf 62 Millionen Page Impressions kam. Heute dürften es weit mehr sein. www.billiger.de ist hat nach eigenen Angaben mehr als 300.000 kaufwillige Besucher pro Tag. www.billiger.de macht responseorientierte TV Werbung. www.check24.de ist ein junges Vergleichsportal, auf dem es primär um Tarife geht (Strom, Gas, Handy, Versicherungen, Kredite).  Das Portal wirbt massiv im TV und bezeichnet sich als größtes Vergelichsportal Deutschlands. Es ging im Oktober 2008 online und ist der Zusammenschluss vom Versicherungsvergleichsportal einsurance.de, dem Finanz- und Kreditspezialisten moneyworld.de sowie dem Strom- und Gasvergleicher tarifvergleich.de.